Eine wertvolle Zusammenstellung von Liedern und Arien, die Gedda in den Jahren 1954 bis 1965
aufgenommen hat. Hört man Gedda in so konzentrierter Form als Belcanto-Tenor, Mozart-Stilist,
Schubert-Interpret, als Exponent des französischen Kunstliedes (Debussy, Poulenc) wie als genuiner
Gestalter des russischen Repertoires, kann man nur den Hut ziehen. Dass Gluck grundlegend anders
klingt als Mozart, ein tenoraler Reißer wie die "Brüder, im Sturm"-Arie aus Glinkas Ein Leben für
den Zaren eine andere Stimme erfordert als das Liedrepertoire von Rimski-Korsakov, dass Debussys
Beau soir dem Sänger andere Farben abverlangt als Schuberts Nacht und Träume - das alles gilt als
selbstverständlich. Doch wann hat man solche Differenzierung so selbstverständlich bei ein und
demselben Sänger gehört? Gedda setzte im Laufe seiner Karriere weltweit Maßstäbe, und zwar in allen
Sparten und Sprachen.