Amateure aus Deutschland, Österreich, Frankreich, England und der Schweiz haben mit der Kamera ihre All- und Sonntage festgehalten und erzählen mit diesen Filmtagebüchern vom konkreten, persönlichen Leben während der Nachkriegszeit in Europa. Das beginnt mit der Befreiung von Paris im Herbst 1944, der Eroberung Königsbergs durch die Rote Armee und die Kapitulation der Stadt Bad Reichenhall im Frühjahr 1945. Man sieht die Heimkehr von Kriegsgefangenen und die Nachbarschaftshilfe beim Wiederaufbau. Ein Einbeiniger lernt, mit Krücken zu tanzen, und in Bayern werden die Schulen wiedereröffnet. Durch den Norden Deutschlands rattern die Trümmerloren, im Süden gibt es schon wieder eigene Autos. Bald sind Rationierung und Schwarzmarkt Vergangenheit, früher Wohlstand stellt sich nach den Hungerjahren wieder ein. In Ostberlin kommt es 1953 zum Aufstand, erste Betriebskampfgruppen treten an. Der Wettlauf der Systeme setzt ein. Der Westen setzt auf Mobilität (Vespa und Steyr-Cabrio) und die reiche Warenwelt, alles auf 16mm Buntfilm festgehalten. Authentische Geschichte, der Filmer als Zeitzeuge. Unbekannter Alltag und unbekannter Krieg. Das Dritte Reich und die frühen Nachkriegsjahre, gesehen durch die Kameraobjektive seiner Bürger und seiner Opfer. UNSER KRIEG zeigt Aufnahmen von Amateurfilmern und präsentiert ihre privaten Filmtagebücher von 1933 bis 1955, Bilder jenseits von Propaganda- und Wochenschau-Material, authentisch und unzensiert, Aufnahmen, die nie zur Veröffentlichung gedacht waren.