Wenn unser Gegenüber die Augen zu Schlitzen verengt, die Brauen nach unten zieht und die Lippen aufeinan¬derpresst, dann wissen wir, was Sache ist: Da ist jemand ganz schön wütend! Dass wir diese Mimik meist blitzschnell einord¬nen können, ist kein Zufall: Ärger gilt wie Freu-de, Traurigkeit, Ekel, Furcht und Überraschung unter Psychologen als Basisemotion, die alle Menschen gleichermaßen zum Ausdruck bringen und erkennen. Tatsächlich ist unsere Gemütsweltwelt jedoch weitaus bunter. Dutzende Gefühle begleiten uns tagein, tagaus - und das ist auch gut so, sagen Emotions¬forscher. Denn aktuelle Unter¬suchungen deuten darauf hin, dass Menschen, die vielfältig und abwechslungsreich fühlen, gesünder leben als Personen mit einem verhältnismäßig eintöni¬gen Innenleben. Das gilt selbst dann, wenn unliebsame Empfin¬dungen wie Angst, Scham oder eben Wut mitmischen. Denn die haben nicht nur ebenfalls ihre positiven Seiten, sondern kön¬nen uns im Zweifelsfall sogar das Leben retten. Ab S. 24 stellen wir Ihnen das Konzept der »Emodiversity« ausführlich vor.