Pre"ihov Voranc' Roman der zwanziger Jahre, dessen 1. Band hier vorliegt, lenkt den Blick auf den tiefgreifenden sozialen Wandel und die Wirtschaftskrise, die sich bis ins entlegenste Tal ausbreiten und in der Gesellschaft Orientierungsverlust und Entsolidarisierung zur Folge haben. Der Roman spiegelt die Situation in den ehemals zu Kärnten gehörenden Dörfern, die 1918/20 an Jugoslawien fielen. Auch hier erfüllten sich die großen Erwartungen der einfachen Bauern und Holzarbeiter nach dem Verlust der Märkte in Kärnten nicht; der erwartete Aufschwung blieb aus und das Elend der einfachen Menschen nahm zu.
"Als Ahac in der Nacht den Gasthof verlassen hatte, wusste er nicht, wohin. Schwe-ren Kopfes und noch schwereren Herzens war er eine Zeitlang über die Straßen und Wege rund ums Dorf gestreunt. Die kalte Morgenluft, die bald aufkam, holte ihn nach und nach wieder zurück zu klarem Bewusstsein. Doch je nüchterner er wurde, desto größer war sein Ärger über sich selbst. Der Schöne Sonntag mit seinen unangenehmen Begleiterscheinungen trat ihm vor Augen. Und auch der Schlaf überkam ihn bald, und er überlegte, wohin er gehen sollte. Nach Hause wollte er nicht, sich auf eine der Tennen zu verziehen, schmeckte ihm auch nicht, da man ihn dort bald aufstöbern würde, er aber wollte allein sein. Da er sich gerade auf der Straße befand, die entlang des Dorfbachs zu den Bergen hinaufführte, entsann er sich der einsam gelegenen Bajnant-Keusche und lenkte seine Schritte dorthin. Einen passenderen Ort, um seinen Kater auszuschlafen und einmal gründlich nachzudenken, hätte Ahac nicht finden können. Das Häuschen unter der Petzen, in der Bajnant lebte, stand am Eingang zu einer Schlucht, an deren Grund die Jamníca entsprang."