"Rimbaud sei der Lyriker des kopernikanischen Zeitalters, meint Ernst Jünger. Für Theodor Däubler war Rimbaud der gotische Wechselbalg aus den Ardennen.
Miss Enid Starkie, eine Gelehrte in Oxford, hat an dieser Biographie dreißig Jahre gearbeitet. Es gelingt ihr, frei von akademischen Allüren, Rimbauds Lebenslauf bis in die kleinste Einzelheit zu schildern. Die Starkie ist wirklich erschütternd, sie hat von solch einer Existenz eingefangen, was in einem Sekundärwerk möglich ist.
Das zerzauste Antlitz, das der Maler Fantin-Latour Rimbaud verleiht, ist nicht unwahrscheinlich, doch verführt es dazu, eine falsche Deutung von Rimbauds Revolte vorzunehmen: Ein Bohemien protestiert gegen die Gesellschaft und ihre Bräuche, Rimbaud hingegen erhebt sich gegen die Lebensweise der Menschen.