Niederschlagswasser ist grundsätzlich durch atmosphärische Verunreinigungen belastet und nimmt auf den zu entwässernden Dach-, Hof- oder Straßenflächen weitere Stoffe auf. Wegen dieser Stoffe ist die Versickerung über unterirdische Anlagen in vielen Bundesländern nicht erlaubnisfrei. Da in Deutschland wegen der dichten Bebauung für oberirdische Anlagen zumeist nicht ausreichend Freifläche verfügbar ist und der Verkehrsflächenanteil an der Siedlungs- und Verkehrsfläche bei 38,1 % liegt, bietet sich die Entsiegelung von Verkehrsflächen an. Aus Feldversuchen des bayerischen Landesamtes für Umwelt zur Versickerung von Straßenabflüssen zeigte die wasserdurchlässig befestigte Verkehrsfläche von den untersuchten Flächenversickerungsarten den höchsten Stoffrückhalt.
Aufgrund der allgemeinen Beschränkung von wasserdurchlässig befestigten Verkehrsflächen auf die Bauklassen V und VI der RStO (2001) wurde das Stoffrückhaltevermögen von vier Pflaster- und zwei Asphaltbauweisen untersucht. Zunächst wurde die maximal verfügbare Adsorptionskapazität der Straßenbaustoffe in Batchversuchen bestimmt. Für die Deckbelagsmaterialien wurden zusätzlich Trogversuche zum Einfluss der spezifischen Oberfläche und der Reaktionsdauer auf die Adsorption durchgeführt. Da die Abflusskonzentration für verschiedene abflusswirksame Flächen aus einer Literaturstudie bekannt war, konnte die Erschöpfungsdauer der Deckschicht über einen einfachen Bilanzierungsansatz berechnet werden.